Blickpunkt: Grafikkarten

Cebit 2009
Blickpunkt: Grafikkarten

Alle Jahre wieder findet in Hannover die größte Computermesse der Welt statt. Dieses Jahr war es vom 03.-08.03 soweit und die Messehallen wurden mit Besuchern gefüllt. Auch wenn eines der Highlights der Messe sicherlich in Halle 22 auf dem ASUS Extreme Performance Lab stattfand, wo No_Name, Stummerwinter und Otterauge von der Awardfabrik ihr Bestes gaben um mit Hilfe von flüssigem Stickstoff Weltrekorde beim Overclocking zu erzielen, gab es auch noch anderes Interessantes auf der Cebit zu sehen.
Der besondere Blickpunkt soll daher einmal auf den Bereich Grafikkarten gelenkt werden. Zwar stellten weder Nvidia noch ATI gänzlich neue Lösungen vor, doch so tat sich gerade bei den Herstellern etwas, denn es gab vermehrt eigene Kreationen der Grafikkarten abseits der Referenzlayouts zu sehen.

Wer sich den Weg zu den verschiedenen Herstellern bahnte, dem fiel schnell auf, dass bei sämtlichen Herstellern von Nvidia basierten Grafikkarten Monitore mit dem Schild „Sprich in Bildern“ installiert waren, an denen man mit Hilfe einer aktiven Shutterbrille die Bildschirminhalte in 3D sehen konnte.

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Nvidia wollte auf der diesjährigen Cebit wohl ihre 3D Technik besonders publik machen und stattete auch den eigenen Stand mit einem großflächigen Bildschirm aus, auf dem mithilfe der genannten Brillen 3D Bilder zu sehen waren.

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Um die 3D Darstellung zu ermöglichen macht sich Nvidia die 120Hertz Technik zunutze, indem der Bildschirm immer abwechseln ein Bild für das rechte und eines für das linke Auge darstellt. Die aktive Shutterbrille wiederum dunkelt in einem 60Hertz Takt immer abwechselnd das linke und rechte Auge ab, sodass nur das passende Bild wahrgenommen werden kann. Die Technik funktioniert wohl bereits bei über 200 Spielen und funtktionierte tadellos. Je nach Anwendung waren sehr deutliche 3D Effekte zu sehen. Der Nachteil der Technik ist, dass eine sehr hohe Rechenleistung benötigt wird und das wahrgenommene Bild wie auf einem 60Hertz Röhrenmonitor zu „flackern“ scheint. Rein theoretisch soll die Technik ab einer Grafikkarte der Geforce 8er Serie nutzbar sein in Verbindung mit einem 120Hertz Bildschirm. Ein Betrieb mit einem 100Hertz Gerät soll auch möglich sein, allerdings nur mit Einschränkungen. Zusätzlich wird natürlich noch die Brille benötigt.

Beginnen wir nun mit einem kleinen Rundgang zu den verschiedenen Herstellern.

MSI stellte vermehrt Grafikkarten mit ihren „Hybrid Frozr“ Kühllösungen vor, die einen Semipassiven Betrieb der Grafikkarten ermöglichen. Zudem zeigte man die „Geforce N260GTX Lightning“, die stark vom Referenzdesign abweicht und darüber hinaus über ein „Airforce Panel“ verfügt, das im 5 ¼“ Slot des PCs verbaut werden kann und das eine Übertaktung unabhängig von Softwaretools erlaubt. Zudem verwendet MSI bei dieser Karte 1792MB Speicher – die doppelte Menge des sonst auf diesen Modellen zu findenden Speichers. Zusätzlich war natürlich auch ein Vertreter der kürzlich vorgestellten Geforce 9600GT Green zu sehen, der ohne Stromanschluss daherkommt und passiv gekühlt ist.

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Bei Gainward gab es keine direkten Neuheiten zu sehen. Am spektakulärsten stellte sich wohl auch hier die GTX260 in eigenem Layout mit Gainward typischen Dualfan Design dar.

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Interessant zu sehen war, dass auch Biostar Grafikkarten ausstellte. Interessant insofern, da es in diesem Bereich eher ruhig um den Hersteller geworden war, zumal sich Nvidia von ihnen als direkten Partner getrennt hatte. Allerdings – so sagte man uns würde man auch weiterhin Grafikkarten mit Nvidia Chips anbieten, lediglich wäre dies mit einer Zeitverzögerung verbunden, sodass man erst später als andere Hersteller die entsprechenden Lösungen anbieten könne.

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Sapphire lud uns zu einem Gespräch ein und zeigte uns die brandneuen Karten der Vapor-X Serie, die über ein neuartiges Kühlkonzept verfügen und somit besonders leise sein sollen – man sprach von 2000upm bei voller Drehzahl. Trotz der verbesserten Kühlung sollen sie für einen ähnlich niedrigen Preis wie die „normalen“ Modelle angeboten werden.
Besonders auffällig war der äußerst massive Kühler auf den Spannungswandlern beim HD4870 Modell. Zudem stellte das gezeigte Exemplar eine Besonderheit dar, da es sich um eine Version mit 2GB GDDR5 Speicher handelt. Zusätzlich zeigte man uns die neuen Netzteile der „FirePSU“ Serie. Diese werden von Enermax gerfertigt, werden aber wohl mit besonders guten Bauteilen versehen, sodass sie für einen Dauerbetrieb unter hoher Last besonders gut geeignet sein sollen – z.B. wenn mehrere Grafikkarten verwendet werden.

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Bei Gigabyte wurde uns als Highlight bei den Grafikkarten die neue „Silentcell“ Serie vorgestellt. Ähnlich wie bei den Mainboards wird auch hier die „Ultra Durable“ Technik verwendet. Durch Verwendung besonders hochwertiger Bauteile und eines verbesserten PCBs soll so die Lebensdauer, sowie die Energieeffizienz erhöht werden. Bisher war nur eine Geforce 9600GT aus der Silent Cell Serie zu sehen, aber es ist zu erwarten, dass bald andere Produkte folgen. Zusätzlich war eine GTS250 im eigenen Layout mit einer Zalman Kühllösung zu sehen.

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Zotac zeigte uns direkt eine ganze Reihe an neuen Produkten.
Zunächst stellte man uns die „Infinity“ Reihe vor. Bei den gezeigten Geforce GTX285 und GTX295 handelt es sich um von Werk aus mit Wasserkühler versehene Karten. Während die GTX295 „Infinity“ lediglich über einen Wasserkühler verfügt, hob man bei der GTX285 die Taktraten zusätzlich noch recht deutlich an. Anschließend zeigte man uns zwei PCs, auf denen ein Spiel ausgeführt wurde. Während der eine PC über eine Geforce 9600GT „Eco“ verfügte, setzte der andere auf eine normale 9600GT. Während die beiden PCs sonst identisch konfiguriert waren, konnten 25W beim PC mit der 9600GT „Eco“ eingespart werden.

Als besondere Neuerung war das „Remote PC“ getaufte Produkt zu sehen. Hierbei handelt es sich um eine „Fernsteuerungslösung“ über das Netzwerk. Während im PC eine Decoderkarte mit Netzwerkschnittstelle eingebaut wurde und das Signal des PCs über diese an einen Switch gesendet wurde, konnte das Signal mit dem „Remote PC“ dort wieder abgegriffen werden, wo es entschlüsselt wurde und an einen Bildschirm übergeben. So war es kein Problem über diese Lösung einen HD Film zu schauen oder ein Spiel in hoher Auflösung zu spielen. Für Netzwerke mit niedrigerer Bandbreite besteht die Möglichkeit zur Reduzierung der Qualität, sodass die Inhalte dennoch flüssig dargestellt werden können. Mit dieser Lösung ist es demnach möglich im Wohnzimmer auf alle Inhalte auf dem PC zuzugreifen, ohne diesen aber im Wohnzimmer stehen zu haben, wo der erzeugte Lärm unerwünscht ist und möglicherweise auch kein Stellplatz für ein PC besteht.

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Zu guter Letzt statteten wir ASUS einen Besuch ab. Dort wurden die Grafikkarten der „Formula“ Serie vorgestellt, die über eine neuartige Kühllösung verfügen, deren Form stark an einen Sportwagen erinnert. Welche Karten genau in diesem neuen Design erscheinen werden teilte man uns nicht mit, es wird aber wohl „Formula“ Karten sowohl im Einsteiger, Mittelklasse und Highend Bereich geben. Darüber hinaus präsentierte man uns eine GTX260 aus der Matrix Serie. Diese wird Semipassiv gekühlt sein und über die iTracker Software verfügen, mit der sich Lüfterdrehzahlen, sowie Taktraten und sogar diverse Spannungen anpassen lassen.

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Der Rundgang zeigt also, dass „GreenIT“, sowie die herstellerspezifische Anpassung der Produkte im Mittelpunkt stand. Wir denken, dass durch diese Anpassungen einige für die Endkunden interessante Lösungen entwickelt wurden, was sich möglicherweise durch Reviews in der Zukunft prüfen lässt.

Autor: Maurice Menne (Mome)

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