Fractal Define R5

Innenraum / Einbau der Hardware / Praxis

Sämtliche Türen und Klappen lassen sich einfach lösen und sind zusätzlich gedämmt. Hier zeigt sich die starke Ausrichtung auf einen möglichst ruhigen Betrieb. Auch das stabile Metall erzeugt deutlich weniger Vibrationen als windige Aluminium-Konstruktionen oder Plastik-Käfige.

Zwar steigert sich das Kampfgewicht des Towers gegenüber anderen Vertretern damit deutlich, in Sachen Stabilität qualifiziert sich das Gehäuse damit aber konkurrenzlos für den nächsten AOCM-Weitwurfcontest 😉 .

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Clevere Details finden sich auf der Rückseite – 2 Plätze für SSDs und genügend Raum zur Kabelverlegung. Für die Montage benötigt man Werkzeug – alle Komponenten werden fest verschraubt, einfache Klick-Mechanismen o.ä. findet man nicht. Durch Gumminoppen für die Festplatten werden Vibrationen im Gehäuse bestmöglich vermieden. Sämtliche Kanten sind sauber abgerundet und hinterlassen einen hochwertigen Eindruck.

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Der Einbau der Hardware geht leicht von der Hand – mit einem großen Kritikpunkt: E-ATX Boards wie das Rampage IV Extreme (oder auch Maximus) liegen an der rechten Seite auf.
Zwar lässt sich das Board befestigen, aber die Kabeldurchführungen werden verdeckt und das Board ungesund gebogen. Für ein Gehäuse, welches mit der Fähigkeit wirbt große Wasserkühlungen unterzubringen ein dicker Minuspunkt. Wer schon hunderte Euro in eine Wasserkühlung steckt, hat häufig auch entsprechende Hardware – warum spart man also an einem Zentimeter in der Tiefe? In einigen Reviews / Berichten wird das R5 auch als passendes Gehäuse für kleine Server genannt – offensichtlich hat man aber nie auf die Größe entsprechender Boards geschaut.
 
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Ebenfalls in die Kategorie „es dürfte ein bisschen mehr sein“ fällt der Platz für die obere Wasserkühlung. Schon ohne montierte Kühlung fällt der Anschluss der oberen 8-Pin-Anschlüsse nicht einfach. Mit einem eingebauten Radiator dürfte ein An- bzw. Abstecken dieser Verbindung unmöglich sein. Selbst schmalere Wasserkühlungen kollidieren zwangsläufig mit Spawa-Kühlern oder dem CPU-Kühler, wenn z.B. nur die Grafikkarte mit Wasser gekühlt werden soll.

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Die Möglichkeit die Käfige zu versetzen scheint im ersten Moment ganz nett, ist jedoch nur in wenigen Fällen wirklich praktisch / sinnvoll. Der Käfig direkt hinter dem Netzteil und vor dem Mainboard platziert, versperrt komplett den Zugang zur I/O und USB-Area des Boards – abgesehen davon, dass man dann nur noch ein maximal 165mm tiefes Netzteil verbauen kann.
In der Standardkonfiguration hat es uns am besten gefallen, da hier alle Kabel für Festplatten auf die Rückseite gelegt werden und der Innenraum damit sehr aufgeräumt bleibt.

In Sachen Kabelmanagement ist das Gehäuse wieder absolutes Spitzen-Niveau. Selten sah eines unserer Systeme am Ende so aufgeräumt aus. Wenn das E-ATX Board nicht die Durchführungen auf der rechten Seite blockiert hätte, wäre auch das dicke ATX-Stromkabel nur am Anschluss sichtbar gewesen. Wer das Luxus-Problem übergroßer Mainboards nicht hat, wird spätestens an dieser Stelle sehr zufrieden ins Innere seines neuen Rechners schauen.

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Um die Lautstärke des Gehäuses möglichst unabhängig zu bewerten, haben wir die CPU-Lüfter für den Testlauf kurz angehalten und mit der 7970 Matrix einen leisen GPU-Vertreter im Idle-Betrieb gewählt. Das verwendete Enermax-Netzteil ist glücklicherweise von Haus aus nicht wahrnehmbar im niedrigen Lastbereich. Das Ergebnis: wenn die LED nicht den laufenden Betrieb anzeigen würde, könnte man den Rechner in einer normalen Tagesumgebung nicht wahrnehmen. Vielleicht Nachts bei absoluter Ruhe entweicht dem Gehäuse noch ein minimal hörbares, dumpfes Säuseln, ansonsten absolute Ruhe. Besonders gelobt seien an dieser Stelle die extrem ruhigen Gehäuselüfter – selbst auf maximaler Stufe der Lüftersteuerung sind diese deutlich leiser als das was man meist als Standard-Lüfter geliefert bekommt.

Natürlich kommt die Dämmung und langsam drehende Lüfter nicht ganz ohne Nachteil aus: bei Grafikkarten ohne Wärmeabgabe durch die hinteren Slots (Radiallüfter) erwärmt sich das Innere auf Dauer stärker als bei offeneren Gehäusen. Gespanne aus zwei GTX 580 Matrix  oder AMD 290X machen das Gehäuse im Handumdrehen zum Backofen, wenn man nicht alles auf Wasserkühlung umbaut oder die zahlreichen optionalen Lüfterslots voll ausnutzt.