LN2 CPU Kühlerfertigung

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
LN Kühlerfertigung
Fazit

Einleitung:

Nach dem ich mich seit ein paar Jahren intensiv mit der CPU und GPU Kühlerfertigung beschäftige und diese Kühler regelmäßig in der Mittagspause oder nach Feierabend anfertige, habe ich mich dazu entschlossen, euch mal hinter die Kulissen schauen zu lassen. In der nun folgenden Fotoserie ist der komplette Bau einer meiner LN2 CPU Kühler der neuesten Generation von A bis Z dokumentiert. Ich würde mich sehr über euer Feedback freuen, wie euch die Bilder und der Artikel gefallen hat.

Vorab: Die Kühler entstehen momentan an schon etwas älteren, betagten Dreh- und Fräsmaschinen, die bei uns im Betrieb eigentlich kaum jemand nutzt oder wenn, werden die Maschinen wochenlang überhaupt nicht mehr genutzt. Unsere benötigten Dreh- und Frästeile für den Betrieb werden mittlerweile außerhalb der Werkstatt gefertigt. Auch wenn man an den Maschinen noch richtig Hand anlegen muss und wirklich nichts automatisch oder CNC gesteuert ist, bin ich heilfroh, dass die Maschinen noch hier in der Halle stehen. So kann ich, wenn meine freie Zeit es zulässt, die Maschinen zur Kühlerfertigung nutzen und meinen Beitrag zur AwardFabrik Community beitragen. Ich finde hier zählt der Enthusiasmus.

Die AwardFabrik hat sich in der Vergangenheit dem Thema Overclocking und allem was damit zusammenhängt deutlich mehr als andere Webseiten angenommen. Genau so wollen wir auch zukünftig  weiter machen und präsentieren euch nun mit etwas Stolz die Bilderserie über die Fertigung eines LN2 CPU Kühlers. Diese Review ist nur der Anfang, eine detaillierte GPU Kühlerfertigung von A-Z ist schon im Hangar. Weitere Projekte werden sicherlich folgen.

Um das Bild zu vergrößern, reicht ein Klick auf das Bild

LN Kühlerfertigung:

Zunächst wird das 80mm Kupfer in das Dreibackenfutter der betagten Matra- Drehbank eingespannt. 
Ein 10~12mm Loch wird vorgebohrt um den Weg für den Meißel zu ebnen.

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Wie ihr sehen könnt, hat die bescheidene Drehbank noch nicht mal einen Diagonalen Vorschub. Somit muss ich den Schraubstock einstellen auf mein Maß und mit Hand Kurbeln. Oldschool ;-). Anschließend kommt die Passung für das Alu-Rohr. Hier nehme ich einfach ein rundes Maß. Bei einem Durchmesser von 60mm nehm ich am Rohr 1,5zentel Untermaß.

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Abgelängt wird an der Bandsäge. Bei den momentanen Kupferpreisen ist jeder Millimeter wichtig. Beim Abstechen auf der Drehbank macht ein so genannter Abstech Meißel (ca. 4mm breit) deutlich mehr Material zunichte wie das 1,3mm breite Sägeblatt der Bandsäge. Das Auffangen und Sammeln der Kupferspäne bei den heutigen Preisen sollte man sich überlegen.

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Ein gedrehter Konus auf die leichte Art. Nicht unkritisch, da der Meißel die komplette Breite des Werkstoffs auf einmal wegnimmt. Ein paar Rattermarken sind bei dieser Drehweise vorprogrammiert. Hier fehlt mir manchmal die Lust den Schraubstock anzustellen. Außerdem gibt es keinen Schönheitspreis zu gewinnen, da der Kühler so oder so isoliert wird.

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Nun kommt die Bearbeitung des Aluminiumoberteils. Das Material dazu habe ich bereits schon vorgebohrt in der Schublade liegen. Wenn ich was bekomme wird es auf 38mm aufgebohrt damit ich dann nur noch die Passung machen muss. Wie gesagt 1,5 ~ 2 zehntel Millimeter Übermaß ist gar kein Problem einzupressen, wenn die Fasen mit Schmirgelpapier sauber abrundet sind.

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Jetzt helfen nur noch WLP und eine Nadelpresse

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Dass die Verbindung hält zeigt der nächste Schritt: Beim Einspannen in die Drehbank wird nur noch der Alu Bereich gespannt, mehr ist nicht nötig, denn das hält wie verklebt oder als wäre es aus einem Guss. Zum Polieren kommt herkömmliches Chromputzmittel des Herstellers Autosol zum Einsatz. Nach kurzem Polieren stellt sich der Glanz ein.

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Danach wird umgespannt und das Aluminium Teil bekommt sein Endmaß und Politur. Das bereits vorpolierte Kupfer wird beim Einspannen mit Schmirgelpapier geschützt.

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Um das spätere LN2 eingießen zu erleichtern, wird ein möglichst breiter Konus angedreht.

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Hier das Resultat. Natürlich kam auch hier noch die Politur zum Einsatz um die Erscheinung noch ein wenig zu verschönern.

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Die Isolierung tut ihr Übriges. Die Fertigung vom Aufsatzrohr und Teflon-Halter ist in dieser Bilderserie noch nicht berücksichtig, da die Idee erst später geboren ist.

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Fazit:

Das war der LN2 CPU Kühler der vorletzten Baureihe. Hier wurden der Konus und die Kupfermasse optimiert. An der neuen aktuellen Version ist der Montagehalter nach oben versetzt um das Isolieren zu erleichtern. Ich hoffe euch gefallen die Einblicke, weitere Bilderserien werden in der nächsten Zeit folgen. 
Wer selber mal einen Dice- Kühler bauen will kann sich vielleicht hier aus meiner Zeichnung ein paar Ideen holen und es dann selbst verwirklichen. Eventuell bestehen ja eine Nutzungsmöglichkeiten einer Drehbank/ Presse oder Fräsmaschine. Es handelt sich bei der Zeichnung um einen Dice Kühler mit eingepresstem Kupferkern.

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Hier ist noch ein Thread den ich euch besonders ans Herz legen möchte: LN2 Kühlergallerie



Autor: Andreas Zelba (Otterauge)
 
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