Silent Hill: „Homecoming“ PC Preview

Die Playstation 3 und Xbox 360 Fassung des mittlerweile fünften Teils sind schon seit längerem auf dem Markt. Da der Release der PC Version für das erste Quartal dieses Jahres ansteht, haben wir uns den neuesten Spross aus dem Hause Konami angeschaut und schildern euch unsere ersten Eindrücke und mit welchen Problemen die uns vorliegende Version noch zu kämpfen hatte.

1.jpg
(viel) Schatten und (wenig) Licht


Wo bin ich?

Der Soldat Alex Shepard wacht plötzlich auf. Noch benommen schaut er wild um sich und bemerkt, dass er in Bewegung ist. Wo sind seine Männer? Und warum kann er sich nicht bewegen. Kurz darauf muss er mit erschrecken feststellen, dass er auf einer Liege gefesselt ist und von einem Arzt mit Mundschutz geschoben wird. Dieser zeigt sich aber wenig kommunikativ und reagiert nicht auf seine Fragen. Plötzlich öffnet sich eine Tür und Alex wird klar, dass er in einem Krankenhaus ist. Doch er hat das ungute Gefühl, dass er nicht hier ist weil man ihm helfen möchte. Die Anstallt sieht dunkel und dreckig aus und überall ist…. Blut! Plötzlich Schreie! Alex dreht den Kopf schnell nach links und sieht direkt in eine Art Operationszimmer, wo gerade auf einen Patienten eingestochen wird. Dieser scheint weder narkotisiert zu sein, noch macht die Situation den Eindruck, als dass der "behandelnde" Arzt ihn wirklich ärztlich versorgt. Dem Soldaten wird klar, dass er gefangen worden ist. Der Arzt schiebt ihn bis in einen OP und verlässt anschließend den Raum. Die Schreie des Gefangen sind vergebens und mit aller Gewalt versucht er sich von den Fesseln zu lösen (Anm. des Red.: Drücken Sie die Maustaste so schnell es geht) und kann sich von der Liege befreien.
Ab jetzt übernehmet ihr die Kontrolle von Alex und erlebt ein packendes und spektakuläres Horror-Survival Abenteuer.

 

2.jpg
Zu Hause ist es doch am schönsten…

 

Wie eklig…

Die Anstalt ist voll von Blut und Leichen. Einige davon sind bis auf das Übelste verstümmelt. Silent Hill ist definitiv nichts für schwache Gemüter. Dennoch ist die Gewaltdarstellung nicht übertrieben. Dead Space geht in Sachen "Gegnerverstümmelung" definitiv härter zur Sache. Alex hat zu Anfang nichts weiter als sich selbst und eine popelige Taschenlampe, dir aber in der Dunkelheit unersetzlich ist. Nach dem ihr euch ein wenig durch die Anstalt gegruselt habt (Anm. des Red.: Licht im Zimmer aus + gute Soundanlage = Horror pur!) findet ihr endlich eure erst Waffen mit der ihr euch zur Wehr setzen könnt. Die Klinge eines Messer blitzt und steckt in einem Spiegel auf einer Toilette. Doch sobald Alex das Messer in die Hand nimmt, dröhnt eine Alarmsirene wie bei einem Bombenangriff und plötzlich verändert sich die komplette Welt um euch herum (Anm. des Red.: Wer den Silent Hill Film gesehen hat, weiß wieso) und die dreckige Toilette wird noch dreckiger. Alles scheint einem rötlichen Ton zu unterliegen. Da war doch was? Plötzlich öffnet sich eine Tür des WCs und eine Krankenschwester zappelt heraus. Zappelt? Ja und sie sieht auch sonst ganz komisch aus, so ohne Gesicht…
Alex ist verwirrt und kommt schließlich zu der genialen Idee sein Messer mit der seltsamen Krankenschwester zu benutzen (Anm. des Red.: Auf die Idee müsst ihr schon selbst kommen ;-]) und kann so sein Leben vor dem Tod retten. Alex muss dafür in den Kampfmodus gehen (Shift) und visiert dann seinen Gegner an. Mit den Maustasten könnt ihr nun leichte oder schwere Schläge machen. Außerdem kann er parieren und ausweichen. Ein trainierter Soldat eben. Funktioniert in der Praxis übrigens problemlos, auch mit Maus und Tastatur.


3.jpg
Warum der Teddy da wohl in der Wand steckt?


Home sweet home… oder doch nicht?

Habt ihr euch erst einmal aus der Anstallt befreit (Anmerkung des Red.: Wie, warum und was das ganze auf sich hatte wird natürlich nicht gespoilert) macht sich Alex auf den Weg nach Hause. Schließlich ist sein Dienst in der Armee vorbei und er möchte wieder zurück zu seiner Familie. Doch als er Shepherd’s Glen ankommt fühlt er sich gar nicht so richtig heimisch. Die Straßen sind Nebel verhangen, sämtliche Läden geschlossen und verbarrikadiert und keine Menschenseele ist auf den Straßen zu sehen. Als er endlich das Haus seiner Eltern findet und auf seine Mutter (nach dem er das Haus durchsucht hat) findet,  erfährt er, dass sein kleiner Bruder Joshua verschwunden ist. Seine Mutter scheint deswegen völlig verstört und kaum ansprechbar zu sein. Also muss sich Shepard nun auf die Suche nach dem kleinen Racker machen. Es dauert natürlich nicht lange bis der Horror den er schon einmal erlebt hat auch seinen Weg in diese Stadt findet. Im Laufe des Spiels wird euch die Suche natürlich auch in die bekannte Stadt Silent Hill führen (Anm. des Red.: Sonst würde das Spiel ja "Sheperd’s Glen" heißen).


4.jpg
Wäre Alex doch bloß privat versichert gewesen…


Angst und Schrecken

Die Atmosphäre des fünften Teils der erfolgreichen Reihe ist genau wie bei den Vorgängern genial. Die Gesamtpräsentation ist einfach klasse. Besonders die Soundkulisse sucht ihres Gleichen. Da hat was geklappert. Dort ein Schrei. Plötzlich Schritte. Die Details sind heftig und mit einem entsprechenden Soundsystem wird so jeder hartgesottene Spieler schnell die Hosen voll haben. Den passenden Soundtrack bietet ein komplett Neuer von Akira Yamaoka, dem gefeierten Komponisten der Serie. Die sehr gute Sprachausgabe ist Englisch und wird deutsch untertitelt. Sicher wird sich nicht jeder damit anfreunden können, aber so müssen wir wenigstens keine vermurkste Lokalisierung erwarten. Licht und Schatten (Anm. des Red.: Mehr Schatten als Licht) steigern die Atmosphäre natürlich genauso wie der Sound. Besonders der Anfang, bei dem ihr oft nur etwas mittels eurer kleinen Funzel seht, lässt den Herzschlag höher treiben. Besonders gut gelungen sind die Shader, welche die Gegner und Leichen richtig eklig aussehen lassen. Grafisch sieht das Spiel zwar nicht schlecht aus, ist aber nicht ganz zeitgemäß. Ob einem der künstliche Filmkörnungseffekt gefällt ist Geschmackssache. Er ist auf jeden Fall Tradition in der Silent Hill Reihe. Aber die Texturen lassen stellenweise stark zu Wünschen übrig. Da das Spiel aber meist dunkel oder in Nebel gehalten ist, stört es kaum beim spielen und die grandiose Atmosphäre schon gar nicht. Dennoch sind die Anforderungen nicht ganz ohne. Eine Dual Core CPU ist Vorraussetzung genauso wie eine Shader Model 3 fähige Grafikkarte. Mittels Community Patch läuft es zwar auch auf einer X850XT, allerdings kann es zu Grafikfehlern kommen. Auf einem Single Core Prozessor kommt es zu starkem Stocken, der Sound hakt und die Videosequenzen werden nicht bzw. sehr rucklig gespielt. Warum und wieso das so ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Eine Problemlösung mittels Patch wäre denkbar, aber wir glauben nicht daran.


5.jpg
Irgendwie müssen wir das Wasser aus dem Keller kriegen


Guter Port, böser Port


Wie schon angesprochen gab es so einige Probleme mit der uns vorliegenden Version. Das Größte problem war, dass der Sound nur korrekt an einem 5.1 System funktionierte. Nach einiger Recherche fanden wir heraus, dass der Ursprung die Xbox 360 sein soll. Es wurde nämlich nicht bedacht, dass bei einer Xbox 360 ein Stückchen Hardware ganz allein dafür verantwortlich ist 5.1 Signale auf zwei Boxen zu verteilen. Dieser fehlt logischerweise beim PC. Also hört man wenn man mit einem Stereo System spielt z. B. die eigenen Schrittgeräusche nur aus dem rechten Lautsprecher, wie das Meiste andere auch. Dialoge sind genauso eine Qual. Sehr ärgerlich und wir hoffen, dass dies in der Vollversion behoben ist oder zumindest pünktlich ein Patch erscheint, der sich diesem Problem annimmt. Schade ist auch, dass man in den Videoeinstellungen lediglich die Auflösung und grob die Details "Mittel" und "Hoch" einstellen kann. Von Anti-Aliasing oder Anisotropischer Filterung fehlt jede Spur (auch das Erzwingen im Treiber führte zu keiner Bildverbesserung). Wir konnten in der Redaktion auch keinen Unterschied zwischen der mittleren und hohen Detailstufe ausmachen. Wir nehmen an, dass in der Version lediglich die mittleren Details verfügbar waren (Anm. des Red.: So las man es auch in einigen Foren). Positiv hingegen aufgefallen ist die sehr gute Maus und Tastatur Steuerung. Im Vergleich zu den meisten Portierungen dieses Genres eine echte Referenz. Ansonsten lief das Spiel auf unserem Testsystem (X2 @3.2GHZ, GTX 260, 4GB @1920×1200) flüssig mit 30 FPS konstant. Leider kann man nicht mehr einstellen und auch das manuellen höher setzen des FPS Maximum in der Config führte zu keiner Änderung.


6.jpg
Nebel des Grauens


Fazit

Silent Hill: Homecoming wird definitiv der Serie alle Ehre machen und ist packend und gruselig. Hier erwartet uns ein ernstzunehmender Konkurrent zum kürzlich erschienen Deadspace. Homecoming setzt nicht nur auf Splatter, sondern vor allem auf viel Atmosphäre, subtilen Horror und Überraschungsmomente. Fans des Genres sollten also die Augen offen halten und sich diesen Toptitel auf jeden Fall vormerken. Lediglich die Bugs des Spiels machen uns etwas Sorgen, da diese auch in der (in USA schon erhältlichen Steam Fassung) auch enthalten sind. Aber bis Ende Februar hat Konami noch etwas Zeit um dem Spiel den letzen Feinschliff zu geben. Dann könnte es ein echter Diamant im Horror-Genre auf dem PC werden.


7.jpg
Seht ihr dieses Zeichen könnt ihr endlich speichern

 

Ersteindruck: "Sehr gut"

Publisher: Konami
Preis: ca. 45€
FSK: ab 18 Jahren
Release: 26. Februar 2009

Autor: Johannnes Zappe (Monti)

Diskussionsthread im Forum: Zum Forum